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Das Lessing-Gymnasium Karlsruhe & seine Geschichte

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Schon im Jahre 1825 lag dem Karlsruher Gemeinderat ein Antrag zur Errichtung einer "Schule für Töchter gebildeter Stände in der Residenzstadt Karlsruhe" vor. Zwei Jahre später wurde dann am Ettlinger Tor eine "Höhere Töchterschule" eröffnet. 1839 wird sie in die städtische Verwaltung aufgenommen und als "Volksschule mit erweitertem Lehrplan" eingestuft.

Im Jahre 1870 kann sie in einen größeren Neubau in der Kreuzstraße 15 (grüner Kreis) umziehen. Die Reformbestrebungen im Deutschen Reich zur Mädchenbildung werden sieben Jahre später in Baden aufgegriffen und in der Weise umgesetzt, daß zwischen einer fünfklassige und einer siebenklassige weiterführende Mädchenschule unterschieden wird. Die letztere wird "Höhere Mädchenschule" genannt und als Mittelschule eingestuft. Ein Jahr später zieht die "Höhere Mädchenschule" in ein neues Schulgebäude in der Sophienstraße 14 (blauer Kreis) um, dem heutigen Fichtegymnasium.

1888 wird in der Zeitschrift "Frauenberuf" "zur Gründung eines Vereins zur Schaffung von Mädchengymnasien" aufgerufen. Es wird eine Ausbildung gefordert, die den Frauen so viel gewährt und so wenig vorenthält, wie jene die den Männern gewidmet ist. Um dieses Ziel zu erreichen richtet der Frauenverein "Reform" Petitionen an die Landtage mehrerer Länder des Deutschen Reiches, in denen zur Errichtung von Mädchengymnasien aufgerufen wird. Sie bleiben jedoch erfolglos. Baden erlaubt als erstes Land die Gründung eines privaten Mädchengymnasiums.

Am 16.September 1893 wird es in der Waldstraße 83 mit einem Festakt feierlich eröffnet. 4 Jahre später droht dem Mädchengymnasium wegen organisatorischer Schwierigkeiten und finanzieller Probleme jedoch die Schließung. Sie wird jedoch von der Stadt Karlsruhe übernommen und als gymnasialer Zweig der Höheren Mädchenschule in der Sophienstraße 14 angegliedert. 1899 absolvieren die ersten 4 Kandidatinnen das Abitur. 4 Jahre nach der Jahrhundertwende wird das Abitur des Mädchengymnasiums offiziell anerkannt und berechtigt damit zum Hochschulstudium. Wegen der stark gestiegenen Zahl an Schülerinnen im gymnasialen Zug und in der Höheren Mädchenschule wird 1908 ein Neubau in der Weststadt geplant. Am 21.September 1911 wird der Neubau in der Sophienstraße 147 (roter Kreis) bezogen und trägt von nun an den Namen "Lessing-Schule". Im Zweiten Weltkrieg wird das Schulgebäude in der Nacht vom 3. auf den 4.November bei einem Bombenangriff schwer beschädigt. Daher muß der Unterricht in der Fichteschule fortgesetzt werden. Im September 1944 wird auch die Fichteschule zerbombt. Daraufhin wird der Unterricht eingestellt. Am 27.Mai 1946 kann der Unterricht wieder begonnen werden. Im Jahre 1948 droht die Fassade zur Erzbergerstraße wegen eines Erdbebens einzustürzen. Deshalb beginnt man mit einer Restaurierung der ganzen Schule, die bis 1950 dauert. 1961 wird zum 50jährigem Jubiläum der Anbau mit den Unterrichtsräumen für Biologie, Physik, Chemie und Musik eingeweiht. 1973 wird schließlich die Koedukation eingeführt und 52 Jungen treten in die Sexta ein.

Schülerzahl 2011/12

Buben 356
Mädchen 356
zusammen 712